Harry Potter and the Deathly Hallows

Story:

Harry Potters siebtes Schuljahr wird keines sein. Noch nie war die Zaubererwelt so gefährlich für Harry und seine Freunde wie diesmal. Schon beim Verlassen des bisher immer sicheren Hauses der Dursleys geraten Harry, Ron, Hermine und der Orden des Phönix in einen Hinterhalt der Todesser Voldemorts, dem sie nur knapp entkommen können. Bei den Weasleys zuhause währt das Gefühl der Sicherheit nur kurz - bald schon hat Voldemort das Ministerium für Magie tief infiltriert, den Minister getötet und die Macht über die Zaubererwelt komplett an sich gerissen. Eine dunkle Zeit für die Welt der Hexen und Zauberer beginnt, in der Schlammblütler gnadenlos verfolgt werden.
Harry, Ron und Hermine verstecken sich und sind pausenlos auf der Flucht, denn Harry wurde vom Ministerium zum "Unerwünschten Nr. 1" erklärt und hat sein Leben sicher verwirkt, sollte er jemals Voldemort begegnen. Doch die drei Freunde sind fest darauf aus, den Plan Dumbledores zu verfolgen, um sämtliche Horcruxe des Dunklen Lords zu zerstören und ihn dann zu vernichten. Doch wo sollen sie anfangen? Was sind die verbliebenen drei Horcruxe und vor allem wo sind sie? Wie zerstört man sie? Und wie kann Harry hoffen, Voldemort zu begegnen? Die Stimmung zwischen den drei Freunden ist gereizt, denn nur eines ist klar: Dies wird das schwierigste und düsterste Jahr sein, das Harry Potter jemals durchstehen musste.

   
 

Infos:

Originaltitel: Harry Potter and the Deathly Hallows

Autor: Joanne K. Rowling

Anzahl der Seiten: 607

ISBN: 9780747591061

Verlag: Bloomsbury

Erstveröffentlichung: Juli 2007

 

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Gesamtwertung des Romans: 10/10

 

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Rezensionen zum Roman Harry Potter and the Deathly Hallows

Docs Rezension

Man mache sich nichts vor: Kein Potter-Leser, der etwas auf sich hat, wird auch nur in die Nähe einer Rezension kommen, bevor er nicht das letzte Buch der Reihe gelesen hat. Deswegen gehe ich hier ausnahmsweise mal freier mit wichtigen Handlungspunkten um - es lesen ja eh nur diejenigen, die das Buch bereits kennen oder die es nicht sonderlich interessiert.

Joanne Kathleen Rowling versteht etwas von Magie. Das bezieht sich nicht nur darauf, dass ihre Jugendbuchserie über den Zauberlehrling Harry Potter von Hexen und Zauberern, fliegenden Besen, Drachen und Zaubersprüchen handelt, sondern auch darauf, dass sich alle diese Bücher bisher wie durch Zauberei ganz von selbst gelesen haben. Passionierte Potter-Fans werden mir außerdem sicherlich einen Spruch sagen können, der Personen magisch anzieht, denn genau damit ist auch der letzte Band der Serie, Harry Potter and the Deathly Hallows, wieder belegt worden. Und dieser Zauber verflüchtigt sich erst, wenn sämtliche Seiten umgeblättert und alles gelesen wurde. Nicht nur der enorme Hype um die Bücher der ehemaligen Sozialhilfeempfängerin und jetzigen reichsten Frau Großbritanniens ist erstaunlich, sondern seine Berechtigung beziehungsweise eher die enorm hohe und enorm konstante Qualität dieser sieben Romane. Und Harry Potter and the Deathly Hallows ist der beste von ihnen.

Mit den unschuldigen, warmherzigen Kinderbüchern, die die ersten (und schwächsten) beiden Bände der Reihe markieren, hat das große Finale nicht mehr viel am Hut. Bereits das erste Kapitel beginnt in düsterer Atmosphäre, im Kreis der Bösewichter, und dieses Gefühl der Bedrohung wird bis zum Schluss nie fallengelassen. Es dauert auch nicht lange, bis der erste namentlich bekannte Charakter stirbt - und es ist klar, dass ihm noch viele folgen werden. Der größte Bruch zum Rest der Serie besteht freilich darin, dass das Jahr diesmal nicht in Hogwarts verbracht wird, sondern auf der Flucht. Wie gehetzte Tiere leben Harry, Ron und Hermine - die große Teile des Buchs über niemand andren als sich selbst haben - alleine im Grimauld Place 12 und mitten in der Wildnis, immer um ihre Entdeckung besorgt. Währenddessen driftet die Zaubererwelt unter der Kontrolle Voldemorts immer mehr in ein Regime, das deutliche Parallelen zum Nationalsozialismus zeigt, in dem Schlammblüter wie damals die Juden gnadenlos verfolgt werden und jeder Zauberer einen sauberen Stammbaum vorweisen muss. Diese Parallelen waren schon immer da, doch noch nie waren sie so deutlich wie hier. Doch sie zeigen sich auch auf der guten Seite, denn ein rebellischer Untergrund, eine Widerstandsbewegung agiert im Verborgenen über verbotene Radiosendungen und Pamphlete. Harry, Ron und Hermine mögen erst siebzehn Jahre alt sein, doch sie sind fester Teil dieser Bewegung. Und genau hier liegt die Genialität in Rowlings Roman, der trotz seines erwachsenen Themas immer noch Jugendbuch ist und ein jugendliches Publikum anspricht, dem Gewalt, Unterdrückung und Tod heutzutage meist fremde Themen sind. Hier leben drei sehr geliebte Figuren in den denkbar schlechtesten Verhältnissen: gejagt, hungrig und heimatlos. Sie werden nicht zu knapp von Selbstzweifeln, von Wut und Hoffnungslosigkeit geplagt, doch sie geben nicht auf. Harry Potter wird dadurch zum leuchtenden Beispiel für eine Jugend, die sich für Geschichtsunterricht schon längst nicht mehr interessiert, die Zeiten der Unterdrückung für fern und fremd hält, obwohl diese doch immer und überall auf der Erde stattfinden. Der rote Faden des Erwachsenwerdens, der bisher alle Bücher überspannte, findet hier seinen Abschluss in der Übernahme der höchsten Verantwortung, in einem Appell dazu, das Richtige zu tun, wenn es am meisten drauf ankommt. Und das ist eine Botschaft, die dank der Popularität dieser Bücher bei vielen jungen Lesern ankommen wird. Dieser Harry Potter mag zwar nicht echt sein, eine fiktive Figur, aber man hat sie heranreifen sehen, man hat gute und schlechte Momente mit ihr erlebt, man hatte stets das Gefühl, eine atmende, glaubwürdige Persönlichkeit zu beobachten, die nun als leuchtendes, aber immer noch menschliches Vorbild dient, das Mut und Hoffnung macht, das den richtigen Weg in schwierigen Zeiten weist, ohne dabei naiv zu wirken. Und deswegen ist Rowlings "Harry Potter"-Serie zurecht ganz ganz große Jugendliteratur.

Natürlich hat Harry Potter and the Deathly Hallows seine kleinen Schwächen. Die Campingszenen im Mittelteil sind recht zahlreich, der Tod einiger Nebenfiguren wird in Nebensätzen abgefrühstückt und im Finale lässt Rowling ein bisschen zu sehr den Erklärbär raushängen, sodass man äußerst konzentriert lesen muss. Aber das verblasst gegenüber der enormen Anziehungskraft, die diese Charaktere und diese Geschichte ausüben. Spätestens ab der Hälfte lässt sich dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen, ist die Handlung derartig abwechslungsreich, dicht und unheimlich spannend, dass man sich keinesfalls vor dem Schlafengehen damit beschäftigen sollte - denn entweder man macht die Nacht durch oder man wird vor Aufregung nicht einschlafen können. Allein das Finale, eine riesige Schlacht in Hogwarts, bringt die Augen des Lesers zum Leuchten, die anschließenden Konfrontationen sind an Dramatik kaum zu überbieten. Erstaunlich viel von dem, was man nach dem Ende des sechsten Bandes spekuliert hatte, ist jetzt tatsächlich eingetroffen. Jedoch spricht das keinesfalls gegen den Roman oder macht ihn gar vorhersehbar, sondern zeigt nur, wie außerordentlich gut durchdacht diese Geschichte ist, die Frau Rowling da zusammengesponnen hat und die im letzten Teil nochmal Informationen aus allen anderen Bänden zu einem kohärenten Ganzen verbindet, ohne dabei auch nur ein bisschen bemüht zu wirken. Es scheint tatsächlich so, als sei all das von vornherein so geplant gewesen, und entsprechend befriedigend wirkt das Ende. Natürlich schwillt der Kitschfaktor auf den letzten Seiten enorm an, aber Hand aufs Herz: Jeder hat sich für Harry, Ron, Hermine und Ginny genau diese Art der Erlösung gewünscht - und nach so vielen Seiten der Unterdrückung, der Verfolgung und des Todes ist nichts befreiender, ist nichts schöner als genau das auch lesen zu können. Da wird selbst das härteste Herz, sprich: meins, weich.

Es ist schön, zu sehen, dass die erfolgreichste Buchserie dieses Genres einen so rundum befriedigenden, tollen Abschluss gefunden hat. Die gesamte "Harry Potter"-Serie ist außergewöhnlich unterhaltsam zu lesen und exzellent geschrieben - und noch mehr: Sie nimmt ihr Publikum ernst, gibt ihren Lesern in jedem Stadium ihres jungen Lebens echte Identifikationsfiguren in die Hand, zeigt ihnen gute und schlechte Tage, spricht ihre Ängste an und gibt ihnen Hoffnung. Ganz ohne Zauberei ...

Fazit:

All is well.

Wertung: 10 /10

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