Ich habe
nun hier den Doktor zum Gespräch neben mir sitzen. Guten Tag, Herr Doktor!
Guten Tag!
Nun, sie haben
gerade ihr neuestes Werk, die Geschichte "Das Prettschett", veröffentlicht.
Erzählen sie uns doch ein wenig über die Entstehung der Geschichte.
Nun, die allererste Idee, die ich schon immer mal verwirklichen wollte, war
die mit dem Rat der Drachen. Da hatte ich sogar schon vor und während den
Arbeiten zu meiner zweiten Geschichte "Drachenträne", eine Story
zu zu schreiben. Eine Komödie wurde erst später daraus. Als ich dann
gemerkt hatte, dass meine ersten beiden Stories eher düster und traurig
waren, entschied ich mich, etwas anderes zu versuchen.
Da ich mir keinen eigenen Stil ausdenken konnte, der zugleich witzig war und
dennoch nicht offensichtlich von meinem Lieblingsautor Terry Pratchett inspiriert,
entschloss ich mich dazu, den anderen Weg einzuschlagen und eine Art Hommage
auf den Altmeister zu schreiben, indem ich seinen Stil und seine Charaktere
so exakt wie möglich zu übernehmen versuchte.
Mit dem Schreiben der Story fing ich dann am 19.1.02 an und beendete die Geschichte
am 26.6.02.
Aber ist die
Story wirklich schon fertig? Das Ende ist ja recht offen.
*lacht*
Ja, stimmt...als ich diese letzte Zeile vor mir hatte, dachte ich mir: "Das
ist ein interessantes Ende!" Deswegen ließ ich es auch so stehen.
Eigentlich hatte ich vor, noch weiter zu schreiben - das werde ich auch noch
tun.
Also wird es
eine Fortsetzung geben?
Nein, keine direkte Fortsetzung...mehr eine Erweiterung des Schlusses. Man erfährt
halt, wie die Geschichte direkt nach der Konversation zwischen Kalessan und
Karlmax weitergeht.
Und wenn sie
"Das Prettschett" vollkommen fertig haben? Was machen sie dann als
nächstes?
Ich habe bereits eine weitere Geschichte in Planung. Anders als bei meinen ersten
drei Stories, wird diese Geschichte keine Drachen beinhalten und in dieser unserer
Zeit spielen. Es wird jedoch wieder eine Fantasy/Mystery-Story.
Und danach...mal sehen. Vielleicht habe ich ja mal Lust auf was episches.
*lächelt*
Wir haben viele
Leserbriefe mit Fragen an sie bekommen. Ich werde ihnen mal eine Auswahl davon
vorlesen:
Herr Michael S. (20) aus E. fragt: Haben sie mit ihrer Geschichte irgendeine
Botschaft? Wollen sie etwas aussagen?
Nun, eigentlich nicht...es ist nur eine Komödie, mehr nicht!
Natürlich habe ich, wie es so meine Art ist, wieder einige Parallelen zu
dieser unserer Welt eingebaut. Die zehn Drachen könnte man bspw. durchaus
mit heutigen Politikern vergleichen. Aber aus der Geschichte darf jeder herauslesen,
was er will.
Frau Sonia S.
(15) aus B. möchte wissen: Wie geht es denn nun weiter? Der böse Kalessan
frisst doch den armen Karlmax nun sicherlich auf!
Nun, erstmal halte ich die Anwendung von Begriffen wie "Gut" und "Böse"
bei meinen Geschichten für nicht angebracht. Die Akteure tun eben, was
sie tun. Ob das moralisch vertretbar ist oder nicht, das muss man auch für
sich selbst entscheiden!
Wie es weitergeht, möchtest Du wissen? Nun, mal sehen...vielleicht bin
ich ja doch nicht so gemein, wie ich aussehe...
*zwinkert*
Frau Kerstin
H. (25) aus D. schrieb: Sie haben in ihrer Geschichte viele Zitate und Anspielungen
eingebaut. Können Sie vielleicht eine Zahl angeben, wie viele es insgesamt
sind?
Oh, das ist schwer! Irgendwann verliert man da doch die Übersicht, vor
allem, weil ich ja sowohl aus Filmen und Büchern als auch aus der Politik
zitiere. Außerdem sind einige Anspielungen länger als andere, zum
Beispiel die Parodie auf "Pulp Fiction". Insgesamt komme ich vielleicht
auf 100 Anspielungen und Zitate... +/- 50...
*lacht*
Herr Georgios
V. (40) aus D. fragt: Wie sind sie eigentlich auf die Idee gekommen, Karl Marx
zu zitieren?
Gute Frage!
*lacht*
Das kam glaube ich mit der Idee, dass die Drachen langsam zu Menschen werden.
Da fiel mir dann der berühmte Satz von Karl Marx, "Das Sein bestimmt
das Bewusstsein", ein. Ich dachte mir, dass das ganz gut passen würde.
Außerdem musste ich noch die Rolle des menschlichen Begleiters der Drachen
besetzen...und so passte dann alles zusammen.
Und die letzte
Frage:
Frau Magdalena M. (15) aus G. fragt: Einige der Drachennamen kommen mir sehr
bekannt vor, aber einige kann ich nicht mehr einordnen - können Sie mir
vielleicht nochmal weiterhelfen?
Tatsächlich sind alle Drachennamen Anspielungen auf mehr oder weniger berühmte
Drachen in Filmen, Büchern, Spielen oder Sagen. Da hätten wir:
Smahug = Smaug, der goldene Drache aus dem "Kleinen Hobbit".
Adorelon = Adolon, der silberne Drache aus dem Computerspiel "Baldur's
Gate II" - er hat allerdings nur einen Kurzauftritt.
Droca = Das ist denke ich mal klar: Draco, der berühmte Drache aus dem
Film "DragonHeart".
Neidhöcker = Nidhögger, der Drache aus der germanischen Sagenwelt,
der an den Wurzeln der Lebenseiche knabbert und Ragnarök einläutet,
sobald er mit seiner Arbeit fertig ist und sich durchgebissen hat. Nun, eine
derartig tragende Rolle hat er bei mir nicht...
*lacht*
Vasdendas = Vasdenjas, einer der uralten Drachen aus dem Rollenspiel "Earthdawn".
Kalessan = Kalessin, der älteste der Drachen aus Ursula K. LeGuins "Erdsee"-Zyklus.
Glaureng = Glaurung, aus dem "Silmarillion" von Tolkien - man beachte
die schöne bildliche Darstellung als "gefüllter Schleimbeutel"!
*lacht*
Morkulebus = Morkeleb, der bekannte schwarze Drache aus Barbara Hambly's "Winterlande"-Zyklus.
Tjamat = Tiamat, unter anderem Königin der bösen Drachen im AD&D-Rollenspielsystem,
nach dem dieser ganze Rat überhaupt aufgebaut ist.
Schneeweißchen = Das erübrigt sich, denke ich mal...
*lacht*
Wir danken für
das Gespräch!
Bitte bitte!
Das Interview wurde geführt von Julius K.
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