Making of "The Sacrifice"

Dieses ist die allererste Geschichte, die ich je geschrieben und veröffentlicht habe. Die Idee dazu geisterte mir schon vor mehreren Jahren im Kopf herum, aber ich hatte nie einen Anlass dazu, die Story wirklich zu schreiben. Das sie Englisch sein sollte, stand aber ziemlich früh fest. Warum, das weiß ich heute nicht mehr ganz genau. Ich glaube, damals fand ich den Klang und den Stil der englischen Sprache noch passender, eleganter, besser und (vor allem wahrscheinlich) cooler! :-)
Irgendwann im Frühherbst 2000 fing ich dann einfach an zu schreiben, mit dem Hintergrundgedanken, mir im Nachhinein eine eigene Seite zu erstellen, wo ich die Story ausstellen könnte. Ende Dezember war ich noch immer am Anfang des zweiten Kapitels und mir fehlte einfach die Motivation, die Geschichte weiter zu schreiben. Das Projekt wurde auf Eis gelegt.
Ein Vierteljahr später entdeckte ich im Internet das Drachental. Und, was sah ich? Hier gab es viele viele Geschichten von Hobbyautoren wie mir. Und noch besser: Einige davon waren auf Englisch! Und noch besser: Man konnte seine eigenen Projekte einsenden, um sie dort auszustellen! Ich hatte also meine Motivation zum Weiterschreiben wieder erlangt und machte mich auch recht bald daran, die Story fortzusetzen.
Das Schreiben ging nur schleppend voran - das lag aber vor allem daran, dass englische Grammatik und Vokabeln beim Arbeiten flugs aus dem Kopf entwichen...und ich jedes dritte Wort im Dictionary nachschlagen musste! :-)
Nachdem ich mit dem ersten Prototyp der Story fertig war, gab ich sie erst einmal einem Klassenkameraden, der sie durchlas und aufs Grobe korrigierte - er sei hier namentlich mit Die Spinne erwähnt. :-D
Meine eigentliche Korrekturhilfe war jedoch meine damalige Englischlehrerin, die passenderweise aus Amerika kam. Nun mag man sich zwar darüber streiten, ob es schlau ist, eine Geschichte von einer Amerikanerin korrigieren zu lassen - aber etwas besseres war nunmal momentan nicht zur Hand. Ich bekam die 24 ausgedruckten DIN A4-Seiten jedenfalls zur Hälfte in Rot wieder zurück und machte mich an ein paar weitere Wochen Korrekturarbeit...
Im Juni oder Juli war ich dann aber mit der Arbeit fertig und schickte die Geschichte an das Drachental, wo sie im August in die Sammlung des Moordrachen aufgenommen wurde. Im Großen und Ganzen habe ich also, von der Entwicklung der Story in meinem Kopf bis hin zur Veröffentlichung der Geschichte im Internet gut und gerne mindestens zwei Jahre an dem Projekt gearbeitet.

Eigentlich hatte ich nie vor, die Geschichte auf Deutsch zu übersetzen. Doch kurz vor der Erstveröffentlichung im Internet erfuhr ich, wiederum im Drachental, von dem Projekt Web-Site-Stories. Dies war eine neu erschienene Buchreihe des ebenfalls neu gegründeten Web-Site-Verlages, der Kurzgeschichten von Internet-Autoren zusammenstellte, druckte und als Buch herausgab. Da in dieser Buchreihe logischerweise nur deutsche Geschichten veröffentlicht werden würden und ich große Lust hatte, mein Werk dort einzusenden, musste ich es erst übersetzen. Der Moordrache machte mir dann auch gleich das Angebot, auch diese Version der Geschichte auf seiner Seite zu veröffentlichen - es kann und will ja schließlich nicht jeder englische Stories lesen... ;-)
Die Übersetzung war eine Arbeit von ungefähr zwei Wochen - dementsprechend schlampig hatte ich sie auch angefertigt... Auf eine Antwort von Web-Site-Stories warte ich heute noch (na OK, eigentlich doch nicht mehr... :-)) und die die Fehler, die mir der Moordrache an einigen Stellen anzeigte, ließen mir doch ab und an die Schamesröte ins Gesicht steigen... :-)
Hiernach war jedoch dann auch diese Version des Sacrifice lesbar...

 
Zur Geschichte selbst und zu ihrem Inhalt kann und will ich eigentlich nicht sehr viel sagen...
Mein Ziel war es vor allem, eine Geschichte zu schreiben, die konventionell beginnt und dann völlig anders verläuft, als vergleichbare Stories. Was mich bei vielen Werken der Internet-Hobby-Autoren sehr stört, ist der grundsätzlich naive, beziehungsweise traurig-enttäuschte Grundton. Dem wollte ich harte und emotionslose Realität entgegensetzen. Wie weit mir das gelungen ist, kann ich selbst nicht beurteilen. Mir wurde aber schon öfters vorgeworfen, die Geschichte sei völlig ohne Hoffnung, einfach nur pessimistisch und schrecklich. Dazu kann ich nur sagen: Eine derartige Geschichte mit einem derartigen Ende regt einen viel mehr zum Nachdenken an, als eine kleine, naive Happy-End-Story, die schnell wieder vergessen ist. Ich habe jetzt weiß Gott nichts gegen Happy Ends - nur man sollte auch nie die Realität außer Acht lassen!
Wer das Ende zu schrecklich, zu hoffnungslos und damit die Geschichte zu schlecht findet, leidet unter meinen Augen an einem gewissen Maß an Realitätsverlust - aber vielleicht leide auch ich, da ich das hier schreibe, daran!?
Lassen wir dieses Thema! :-)

Ich habe an einigen Stellen natürlich kleinere Anspielungen eingebaut.
Beispielsweise sind die drei Sätze
"A horrible silence.
The horrible sound of splittering human bones.
A horrible silence."
an das Buch "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams angelehnt.
Ein weiteres Detail ist der Name des Drachen. T'Sana ist ein Anagramm für eine gewisse mythologische Figur. Ich möchte den Drachen jetzt keineswegs mit dieser Figur oder mit ihren Zielen und Eigenschaften gleichsetzen - das würde den Charakter des Drachen nicht so treffen, wie ich es haben möchte.
Die größte Parallele der Geschichte besteht natürlich zum Herrn der Ringe. Anfangs war das gar nicht beabsichtig, mir ist das nur später aufgefallen, als die Story schon längst fertig war: Den Ring aus Tolkiens Werk kann man hier getrost mit Denya ersetzen. Sie ist quasi, wie der Ring, die Personifizierung der Allmacht, der absoluten Herrschaft. Durch die Geheimhaltung ihrer Identität entstehen zwar keine derartig epischen Kriege und Geschehnisse wie im Herrn der Ringe - die Aktionen in beiden Geschichten drehen sich aber praktisch um ein und dasselbe Grundthema: Alle wollen den dicken Fang erwischen - und wer ihn hat, der ist der große Boss! ;-)
Ich möchte das Sacrifice jetzt auf keinen Fall mit Tolkiens Meisterwerk vergleichen oder gar gleichsetzen, Gott bewahre, nein! :-)
Ich wollte nur die ungewollten, aber in meinen Augen durchaus interessanten Parallelen der beiden Geschichten aufzeigen.

Nun, im direkten Vergleich zur Drachenträne finde ich das Sacrifice noch ein Stückchen besser. Story, Aussage, Grundthema, Atmosphäre und Mystik sind hier einfach ein wenig ausgeprägter und deutlicher...ob's einem gefällt bleibt aber natürlich jedem selbst überlassen... :-)

 

Hier gehts zurück zum Sacrifice auf Englisch und auf Deutsch.

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